Von Wendisch Rietz nach Bad Saarow

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In Wendisch-Rietz darf man wählen: entweder die direkte Route nach Bad Saarow entlang des Scharmützelsee’s oder aber vorbei am Dolgensee über Storkow ebenfalls ins Bäderstädtchen. Da die Sonne noch scheint, auch wenn die Temperaturen nur noch knapp in den zweistelligen Bereich kommen, entscheide ich mich für den längeren Weg und werde dafür mit einer fantastischen Wanderung belohnt.

Von Wendisch-Rietz nach Bad Saarow (28km)
Die kleine Ortschaft Dahmsdorf wartet mit einer wirklich bezaubernden kleinen Fedsteinkirche auf, die jedoch leider geschlossen ist, da sie momentan restauriert wird. Schade eigentlich. Keine drei Häuser im Ort aber Hauptsache eine Kirche. Die Geschichte dazu hätte mich schon interessiert. Dafür wird meine geschichtliche Neugier in Storkow befriedigt. Inmitten des Ortes, der es schon im Mittelalter zu beachtlicher Blüte brachte und demnach auch mit einer schnuckligen Burg aufwartet, verzaubert die Altstadt den Wandersmann. Also mich. Um den Marktplatz herum gruppieren sich liebevoll restaurierte Häuser, und vermitteln wohl ein Gefühl vergangener Tage, wäre nicht der ganze Platz mit Autos zugeparkt. Tja, kleine Sünden gibt es wohl in jedem Ort.

An der Storkower Binnendüne, die wirklich sehr beeindruckend ist, verlaufe ich mich dann auch glatt. War wohl schon wieder zu viel Geschichte für mich auf den letzten Kilometern. Oder einfach nur schlecht ausgeschildert. Wie auch immer, es braucht eine Weile und kostet mich eine ganze Stunde, bis ich wieder auf dem richtigen Weg bin. An dieser Stelle daher noch einmal der Hinweis: unbedingt eine Karte einstecken.

Am Großen Kolpiner See, den ich am frühen Nachmittag erreiche, mache ich eine letzte Rast und genieße die nicht mehr ganz so wärmenden Sonnenstrahlen. Es ist verdammt kalt und obwohl ich mein Schritttempo schon auf 7 km/h angezogen habe, wird mir nicht mehr wirklich warm.

Denn Saarow trägt das Bad zu Recht in seinem Namen. Die Saarow Therme ist ganzjährig geöffnet und bietet Groß und Klein großes Badevergnügen.

Dementsprechend motiviert fliege ich förmlich über die letzten 5 Kilometer in das Bäderstädtchen und bin verzaubert, ja förmlich hin und weg von der Architektur, der idyllischen Lage am Nordende des Scharmützelsees. Direkt am Bahnhof, der mich irgendwie an die norddeutsche Ostseeküste erinnert, hat es ein geöffnetes Restaurant. Der Vorteil an Bad Saarow: hier ist immer Saison. Im Sommer kommen die Menschen zum Baden und Relaxen und im Winter ebenfalls zum Baden und Relaxen. Denn Saarow trägt das Bad zu Recht in seinem Namen. Die Saarow Therme ist ganzjährig geöffnet und bietet Groß und Klein großes Badevergnügen. So, das musste jetzt sein. Ich habe den Bericht mit einem Wortspiel angefangen, also muss ich ihn auch mit einem beenden. Mir genügt auf jeden Fall der heiße Kakao und die Heimfahrt im völlig überheizten Zug, um wieder warm zu werden. Alle Anderen können ja in die Therme schwimmen gehen.

Was bleibt? Die Erinnerung an einen der schönsten Herbste, die ich je erlebt habe; die Erfahrung, das wirklich jeder See eigen und anders ist; und das Wissen, dass sich dieser Weg wirklich lohnt und unbedingt fortgesetzt werden muss. Und das hoffentlich sehr bald…

Geschrieben von

Sven Becker

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