Unterwegs im Harz – Teil 1

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Der Harzer Hexensteig,längster und vermutlich schönster Weitwanderweg im Harz, ist knapp 100 Kilometer lang. Wer diesen nicht in Gänze erlaufen möchte findet in dieser Variante eine dreitägige Abwechslung.
In Drei Annen Hohne kommen wir das erste Mal mit dem Harzer Hexensteig in Berührung und sind verzaubert.

Es ist warm. Sehr warm sogar. Hochsommer würde ich sagen. Schon am Morgen zeigt das Thermometer 26 Grad im Schatten und es sollen noch weit mehr werden. Das wiederum sagt der Wetterbericht. Palmen, Strand, das Rauschen des Meeres. Nur kurz gehen mir diese Bilder durch den Kopf, denn: Pustekuchen. Nix mit südtropischem Flair. Ich sitze auf einer Parkbank im Schatten irgendwo in Wernigerode und warte auf meinen Bruder und seinen Sohn. Unsere Reise führt uns diesmal nicht in die Karibik, nicht einmal an die Ostsee, nein, ganz schnöde in den Harz. Während andere am Mittelmeer liegen, wollen wir ins Mittelgebirge aufbrechen. Hat zwar auch Mittel im Namen und mehr zu bieten, aber kaum etwas mit Wasser zu tun. Oder doch?

Nur noch Grundmauern und ein Moor zeugen vom einstigen Abbau des Torfs zur Glasschmelze. Über den Rest ist auf der Glashüttenwiese das Gras der Geschichte gewachsen.

Wernigerode – Drei-Annen-Hohne – Schierke (18km)

Der Aufstieg von Wernigerode hat es ganz schön in sich. Zwar sind es nur 300 Höhenmeter die überwunden werden, aber bei der Mittagshitze und gut 32 Grad im Schatten ist das eine ganz schöne Herausforderung. Um ins Schwitzen zu kommen muss man ja nicht unbedingt 170 Kilometer bei der Tour de France mitfahren. Manchmal reichen auch 2 davon im deutschen Mittelgebirge. Als Belohnung gibt es eine fantastische Aussicht aufs Brockenmassiv und somit auch das morgige Ziel. Der Berg von dem dies möglich ist, nennt sich Elversstein, ist 499m hoch und im Besitz der Stempelstelle 29 der Harzer Wandernadel. Nur leider ohne Stempel. Der ist nämlich geklaut. Benannt wurde dieser Aussichtspunkt nach dem ehemaligen Landrat des Landkreises Wernigerode: Rudolph Elvers. Der lebte von 1825–91 und schrieb sich durch sein politisches Tun fürs Herzogtum zu Stolberg-Wernigerode in die Annalen der Harzer Geschichte ein. Kennt wahrscheinlich kein Mensch, haben wir also wieder was dazu gelernt.

Aber nun wissen wir auch, beim Hexenstieg ist der Name Programm! Ach ja; und die Fernsicht ist wirklich wie verhext.

Harzer Hexensteig

Über Drei-Annen-Hohne, wo es eine verdammt leckere Erbsensuppe aus der Gulaschkanone gibt (Kenner der DDR wissen an dieser Stelle, was ich meine), gelangen wir wenig später auf den Harzer Hexenstieg. Diesem folgen wir vorerst in Richtung Brocken, bis wir an einen weiteren Aussichtspunkt gelangen. Der ist mal nicht nach einer historischen Persönlichkeit benannt, sondern einer einfachen Bürgerin. Einer, die auch gern schon mal in Grimms Märchen auftaucht und für Kräutertränke plus schlechte Manieren bekannt ist. Wir sind am Trudenstein. Jetzt muss man allerdings wissen und ich kläre auf, die Bezeichnung Trude ist altdeutsch und meint nichts anderes als eine Frau mit krummer Nase, großem Buckel und meist einer Krähe auf der Schulter. Trude klingt nur nicht ganz so, na sagen wir mal, polemisch. Aber nun wissen wir auch, beim Hexenstieg ist der Name Programm! Ach ja; und die Fernsicht ist wirklich wie verhext. Toll, toll.

Kurz vorm Erdbeerkopf verlassen wir den Hexenstieg und begeben uns nach Schierke, einem kleinen verschlafenen Ort, der vornehmlich touristische Annehmlichkeiten bietet. Das Wanderherz erfreut’s, wir sind nämlich nicht nur am Ziel der ersten Etappe, sondern haben auch echten Appetit und finden hier eine kulinarische Auswahl jeglicher Couleur. Unser Nachtlager – die Jugendherberge Schierke – ist genau am anderen Ende des Ortes, so dass uns auf dem Weg dorthin schon mal das Wasser im Mund zusammen laufen kann und wir unterwegs genug Übersicht bekommen, wo und was wir letztlich speisen werden. Solide und bodenständig natürlich, so wie es sich für einen langen Wandertag gehört, so wie es ein echter Harzwanderer verdient.

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113,06 Millionen Kubikmeter Wasser fasst die Rappbodetalsperre und bildet damit den größten See des Harzes.

Winter an der Rappbodetalsperre

Wenn ich schon mal im Harz bin, möchte ich auch gleich noch die Rappbodetalsperre im Nordosten erkunden. Trotz Minusgraden begebe ich mich nicht nur auf kleine Wanderungen, sondern lasse mich auch in luftiger Höhe ordentlich durchschaukeln. Stichwort: Titan RT.

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Der Aufstieg über den Eckerlochstieg ist auch im Winter eine schweißtreibende Angelegenheit.

Winter, Brocken, Harz!

Wenn der Winter nicht nach Berlin kommen mag, dann komme ich halt zu ihm. Denn was diesen Winter in der Hauptstadt gänzlich fehlte ist im Harz, knapp drei Autostunden entfernt, zuhauf anzutreffen: Strahlender Sonnenschein, eisige Winde und jede Menge Schnee.

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