Tropea – Perle des Tyrrhenischen Meeres

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Verwinkelte und enge Gassen an deren schmalen Steigen Blumenkübel stehen, im hintersten Winkel versteckte Kirchen und eine alleinstehende Kapelle auf einem Felsen thronend – das ist Tropea, eine der eindrucksvollsten Städte Kalabriens.
Tropea zu Füßen
Von den Bergen kommend, liegt Tropea malerhaft gelegen auf einem Fels direkt am Meer.

Entdeckungen in Tropea

Aus den Bergen kommend offenbart sich schon beim kurzen Blick in Richtung Meer die Erhabenheit und Einzigartigkeit dieser Stadt. Auf einem schroffen Felsen gelegen thront sie als Bastion gegen Wind und Wetter, war einst Festung gegen Räuber jeglicher Art. Fürwahr, bei einem Stadtrundgang raubt es einem bei so viel mittelalterlicher Eleganz und Schönheit schier den Atem. Das kleine Café in der Altstadt lädt mit seiner gemütlichen Nostalgie zum Verweilen ein. Ebenso das Restaurant oberhalb der Klippen mit Blick auf die Isola Bella. Auch sie, oder vielmehr die Kapelle auf ihr, ist traumhaft schön und voller Sinnlichkeit. Wer Tropea nicht gesehen hat, war nicht wirklich in Kalabrien.

Geschichtlich verorten muss man Tropea schon in den Anfängen Kalabriens. Schon die Griechen trieben in dieser Region ihre kleinen Siedlungen zur Blüte und ließen sie gedeihen. Lange waren die Einheimischen noch des Griechischen mächtig, bis im Zuge des Feudalismus um 1000 n.Chr. immer mehr Adlige und Reiche diesen Ort für sich entdeckten. Noch heute findet man bei einem Stadtbummel Villen und protzige Palazzi in den kleinen verwinkelten Gassen.

Mitte des 13.Jhdt. wurde der Ausbau der unterirdischen Gänge und Höhlen, die zum Schutz und zur Flucht vor den Sarazenen angelegt wurden, fertig gestellt. Mit ihrer Hilfe gelang es die Fremden endgültig zu vertreiben, und sich fortan als wichtige Hafenstadt zwischen Sizilien und dem italienischen Norden zu etablieren. Die einst vorhandenen Zugänge der Höhlen sind heute jedoch verschüttet, zugebaut oder auf Privatbesitz und damit unzugänglich.

Isola Bella Santa Maria
Wie idyllisch. Die Perle des Thyrrenischen Meeres.

Stadtbummel durch Tropea

Die verhältnismäßig mächtige Kathedrale im Südosten Tropea’s, die im 13.Jhdt. erbaut wurde, durchlitt viele Kriege und Erdbeben und musste immer wieder neu aufgebaut werden. Eine Legende besagt, dass sich während einer Prozession im Jahr 1635 eines der schlimmsten Erdbeben ereignete. Die umliegenden Dörfer wurden schwer getroffen, während Tropea jedoch verschont blieb. Seitdem ist die Santa Madonna di Romania die Schutzgöttin der Stadt. Doch auch das half nichts. Zuletzt musste das Gotteshaus 1931 erneut aufgebaut werden. Dieses Beben war einfach zu stark.

Folgt man den engen Gassen bis zum Largo Villetta, einem kleinen Platz im Nordwesten Tropea’s, gelangt man von dort über Treppen hinab an den städtischen Sandstrand. Und damit auch zur Isola Bella. Dieser, der Ortschaft vorgelagerte Fels, beherbergt auf seinem Gipfel eine kleine Besonderheit, die Santa Maria dell`Isola. Eine Kapelle die im Spätmittelalter von Benediktinern erbaut wurde und sich weithin sichtbar über die zu beiden Seiten liegenden Strände erhebt. Wer hier den Tag ausklingen lassen möchte, hat in den unzähligen Restaurants und Hotelbars der Umgebung die Möglichkeit zuzuschauen, wie die Sonne hinter der Isola Bella im Meer versinkt. Wie eingangs schon gesagt: Wer Tropea nicht gesehen hat, war nicht wirklich in Kalabrien.

Geschrieben von

Sven Becker

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