Stock und Stein

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3 Tage durch die Böhmische Schweiz — Tag 2.
Vysoka Lipa. So entspannt und ruhig haben wir schon lange nicht mehr geschlafen. Viel zu spät werden wir wach, verpassen fast die Frühstückszeit. Doch so entspannt wie wir sind, ist es der Inhaber der Pension auch und lässt uns gewähren. Auch wenn wir seinen Tagesrhythmus damit durcheinander bringen. Ja, dieser Ort strahlt eine Ruhe aus, die uns sofort gefangen nimmt. Doch nichts da! Wir wollen weiter. Weiter in unbekanntes Gebiet, weiter in das Hinterland der Böhmischen Schweiz.


Erst einmal geht es wieder hinunter zum Fluss, hinunter zur alten Mühle. Doch die — nur noch als Ruine vorhanden — ist leider Drehort einer deutsch-tschechischen Ko-Produktion und damit gesperrt. Immer wieder ertönt der Ruf nach mehr Ruhe, man wolle schließlich drehen, so dass wir außer Scheinwerfer und geschminkten Statisten nichts von ihr sehen und wenig später auch wieder unserer Wege ziehen.

Nur wenige Kilometer weiter kommen wir in Jetrichovice an, einem ebenso kleinen wie verschlafenen Ort. Beeindruckend alte, dafür aber sehr gepflegte Häuser bestimmen die Ortschaft, die sogar — man höre und staune — über einen kleinen Supermarkt verfügt. Hier kaufen wir letzte Vorräte für die weitere Wanderung, denn von nun an werden die Dörfer gemieden, wird die Zivilisation hinter uns gelassen. Und das mitten in Europa!

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Über die ehemalige Burg Falkenstein, die nur für geübte Kletterer und Schwindelfreie zugänglich ist — ein Traum der Blick von oben — gelangen wir am frühen Nachmittag in Na Tokani, einer kleinen Berghütte mit angeschlossenem Restaurant an. Da wir aber noch nicht genug haben — sind in Summe ja erst 10 Kilometer, die wir heut gewandert sind — beschließen wir noch ein Stück des Weges zu gehen. Der Wald, in der Kernzone des Elbsandsteingebirges sich selbst überlassen, will hier vor Ort nicht erwandert, vielmehr erklettert werden. Über Stock und Stein, gefallene Bäume und enge Felsschluchten kämpfen wir uns auf den nächstgelegenen Berg hinauf und genießen die Anstrengung, genießen die Ruhe. Wir sind allein. Das vereinzelte Rascheln im Unterlaub, wahrscheinlich von Mäusen, das Zwitschern der Vögel, Entspannung pur. Diese Wanderung entpuppt sich immer mehr als Meditation, als sinnliche Erfahrung. Wer also Ruhe sucht, Wandern vielmehr auch als sinnliche Erfahrung weniger als Sport betrachtet, der wird in der Böhmischen Schweiz definitiv fündig.

Und der morgige Tag — der letzte Tag im Hinterland — verspricht noch mehr davon.

Geschrieben von

Sven Becker

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16 Meter Gewölbehöhe, knapp 27 Meter breit und 7-8 Meter Bogenbreite – damit ist das Prebischtor das größte natürliche Sandsteintor Europas.

Wanderung zum Prebischtor

Auch der böhmische Teil des Elbsandsteingebirges weiß mit beeindruckender Schönheit zu überzeugen. Besonders empfehlenswert dabei ist die Wanderung zum Prebischtor, dem größten Natursteintor Europas.

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Tolkien’s Mittelerde liegt eigentlich in Böhmen

Die Wolken hängen tief. Ihr Grau drückt aufs Gemüt und lässt die Luft schwül und schwer werden. Grillen zirpen, Mücken schwirren hektisch im Unterholz und Vögel suchen Schutz in dichten Bäumen. Als ahne die Natur, dass sich etwas anbahnt und näher rückt. Ich ahne es nicht. Trotz der Wetterwarnungen wage ich mich in die Untiefen der Böhmischen Schweiz im Elbsandsteingebirge, genauer in die Edmundsklamm nahe Hrensko. Von einem Schauer lasse ich mich doch nicht erschrecken, habe ich doch schon größere Wetterunbilden überstanden.

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