Bummel durch Kos Stadt

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Kein Besuch der Insel ohne auch einmal die Seele in der Stadt Kos baumeln zu lassen. Wo und wie verrät dieser Artikel.

Zum Abschluss unserer Reise bequemen wir uns ein letztes Mal aus den gemütlichen Liegestühlen am Strand und wollen der Stadt Kos einen Besuch abstatten. Bummeln und Schlendern sind die Devise und geben somit das Tempo vor. Nicht zu schnell, denn auch heute sollen es wieder weit über 30 Grad werden. Wir lassen den Wagen am südlichen Ende der Stadt stehen und tauchen auf verschlungenen Pfaden und durch enge Gassen in die historische Altstadt ein. Eine Bilderreise.

Ruhe & Kraft in Kos Stadt

Begrüßt werden wir von diesem schattigen Plätzchen, das sich auch hervorragend für eine erste Pause eignet. Drei Straßen und zwei Ampeln haben alle Kraft gekostet, da kommt dieser Ort gerade recht.

Ein schattiges Plätzchen ist gerade in größter Mittagshitze äußerst willkommen.
Ein schattiges Plätzchen ist gerade in größter Mittagshitze äußerst willkommen.

Nach der ersten Pause schlendern und bummeln wir weiter über den Platia Eleftherias, bis wir vor dem Tor der Steuern zum Stehen kommen. Erhaben und mächtig markiert es den Eingang zur Antiken Agora und damit vermutlich auch die Stelle, an der die Kaufleute dereinst ihren Wegezoll entrichten mussten. Aus dem 14. Jahrhundert stammend zählt es allerdings zu den jüngeren Bauwerken in Kos Stadt.

Das Tor der Steuern markiert den Eingang zum Ausgrabungsgelände der Agora.

Bürokratischer Faulheit und dem Erdbeben im Jahre 1933 ist es zu verdanken, dass die Reste des antiken Stadtkerns erneut das Licht der Welt erblickten. Die auf diesen Mauern errichteten Gebäude waren bei besagtem Beben so stark zerstört worden, dass die Behörden anordneten, sie einfach ganz abzureißen. Während der Bauarbeiten stieß man auf die Überreste und begann diese auszugraben.

Heute wandeln wir nach Herzenslust zwischen hervorgebrachten Mauern, Mosaiken und Säulen. Dabei gibt es vielerlei zu entdecken. Zum Beispiel Reste des Herakles-Tempels aus dem 2. Jahrhundert nach oder auch Fundamente der Marktarkaden, die sogar auf wenige Jahrhunderte vor Christus datiert werden konnten. Ein beeindruckender Spielplatz, nicht nur für Kinder.

Ca. 2000 Jahre alt: original und unverfälscht.
Ca. 2000 Jahre alt: original und unverfälscht.
Der heutige Zustand des Ausgrabungsgelände ist nur dank strikter Bürokratie zu verdanken.
Der heutige Zustand des Ausgrabungsgelände ist nur dank strikter Bürokratie zu verdanken.
Vereinzelt sind noch originale Mosaike in der Antike Agora gefunden worden.
Vereinzelt sind noch originale Mosaike in der Antike Agora gefunden worden.

Hippokrates everywhere. Auch in Kos Stadt

Unter der Platane des Hippokrates soll nicht nur er sein Wissen an Schüler weitergegeben, sondern auch schon Apostel Paulus das Evangelium gepredigt haben. Ob es allerdings genau unter dieser war, ist fraglich. Da müsste der Baum ja schon weit über 2000 Jahre alt sein…

Unter diesen Wipfeln wurde Wissen vermittelt.
Unter diesen Wipfeln wurde Wissen vermittelt.

Eine kühle Brise lockt uns auf unserem Bummel durch Kos Stadt in Richtung Meer. Hier befindet sich strategisch wichtig direkt neben dem Hafen das alte Kastell. Ebenfalls von den Johannitern erbaut, soll sich aber schon in der Antike ein ähnlicher Bau an genau der selben Stelle befunden haben. Zumindest legen bei Ausgrabungen gefundene Säulen und Fragmente diese Vermutung nahe. Denn Teile davon benutzten die Johanniter im 14. Jahrhundert und verbauten sie kurzerhand erneut. So gibt es hier ein Wirrwarr historischer Epochen zu bewundern. Entweder einmal ringsherum oder mittendurch. Das bleibt dem Besucher selbst überlassen. Noch ein Spielplatz.

Rundherum oder mittendurch: Mehrere Weg führen in die Vergangenheit.
Rundherum oder mittendurch: Mehrere Weg führen in die Vergangenheit.
Schritt für Schritt erläuft sich der geneigte Besucher ein Stück griechischer Geschichte.
Schritt für Schritt erläuft sich der geneigte Besucher ein Stück griechischer Geschichte.
Das Kastell von Kos, mit seinen fast 900 Jahren zwar Ruine aber immer noch sehr beeindruckend.
Das Kastell von Kos, mit seinen fast 900 Jahren zwar Ruine aber immer noch sehr beeindruckend.
Die Blume des Friedens kann auch dornig sein. Zumindest erobert sich dieses Prachtexemplar die Mauern des Kastell's.
Die Blume des Friedens kann auch dornig sein. Zumindest erobert sich dieses Prachtexemplar die Mauern des Kastell’s.

Zeit für eine Mittagspause. Entweder in verwinkelten Gassen oder wie hier zurück an der Antiken Agora. Was auf den ersten Blick wie Touristennepp ausschaut, schmeckt auf den zweiten vorzüglich nach griechischer Küche und gilt nicht nur in einschlägigen Reiseführern als Empfehlung.

Im westlichen Teil der Stadt, zum Teil von Touristen unbeachtet, befindet sich das antike Stadion.
Im westlichen Teil der Stadt, zum Teil von Touristen unbeachtet, befindet sich das antike Stadion.

Abschluss im antiken Süden

Ganz im Süden und als Abschluss unseres Bummels durch Kos Stadt, bekommen wir noch ein richtiges Highlight zu Gesicht. Das sehr gut erhaltene Amphitheater Odeon. Aus dem 2. Jahrhundert stammend sind ein Großteil der 15 Marmor-Sitzreihen noch im originalen Zustand. Und so verwundert es nicht, dass auch heute noch hin und wieder Vorstellungen stattfinden, die – wer Glück hat – es unbedingt zu besuchen gilt. Wo sonst hat man noch die Möglichkeit, sich 2000 Jahre zurück in die Geschichte zu versetzen? Ein krönendes Ende einer tollen Reise.

Amphitheater at its best: das Odeon von Kos.
Amphitheater at its best: das Odeon von Kos.
Spielen zur Schau: das Amphitheater von Kos (Odeon).
Spielen zur Schau: das Amphitheater von Kos (Odeon).

Informationen

Sven Becker
Sven Becker
In Dresden aufgewachsen, in Berlin eine neue Heimat gefunden, starte ich von hier in die Fremde. Mal mit Rucksack, mal ohne. Mal in die Berge, mal an den Strand. Aber immer mit offenen Augen. Denn Abenteuer gibt es an jeder Ecke...

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Ruinen über Ruinen: Panagia Palatiani

„Ich nehme ein A.“ Wer sich diesen Buchstaben beim Glücksrad wünscht kommt der Lösung schon ziemlich nahe: Panagia Palatiani. Unser heutiger Ausflug verschlägt meine Freundin und mich in die Wälder rund um Kefalos und damit aufs Hochplateau Palatia im Süden der Insel. Ein eher ruhigerer Teil von Kos, der nicht minder spektakuläre Aussichten bereit hält und durchaus interessant ist.

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