Santiago de Compostela

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Gelaufene Kilometer: 621km – Gesamtkilometer: 795km

Angekommen. Mehr muss ich nicht sagen. Ein großes Abenteuer ging heute zu Ende und ich habe mein Ziel nach Wochen des Haderns, Freuens, Trauerns und scheinbar endlosen Wanderns erreicht. Hing heute morgen noch alles im Nebel, lichteten sich die Wolken je näher ich Santiago kam. Bizarr die Geräusche des Flughafens in unmittelbarer Nähe zu hören, aber aufgrund mangelnder Sicht nichts zu sehen. Letztendlich erreichte ich die Stadt des Apostels Jakob dann in strahlendem Sonnenschein. Wie Ameisen auf ihrem Weg tröpfelten die Pilger in dieser heiligen Stadt ein…

In gefühlter Reichweite eines ausgestreckten Armes starten und landen die Flugzeuge. Ist richtig beängstigend, wenn man den Krach direkt neben sich hört, aber durch den Nebel nichts sehen kann.
In gefühlter Reichweite eines ausgestreckten Armes starten und landen die Flugzeuge. Ist richtig beängstigend, wenn man den Krach direkt neben sich hört, aber durch den Nebel nichts sehen kann.

Und dann hieß es natürlich erst einmal den heiligen Jakob an seinem Grab besuchen. Ihn umarmen, für die vergangenen Wochen danken und auch mal einen Blick ins Heiligste – in dem höchstwahrscheinlich seine Gebeine liegen – zu werfen. Welch erhabener Augenblick, als ich dann endlich die Compostela, den Beweis fuer meine Pilgerschaft, in Händen hielt und damit nun endgültig meine Reise zu Ende war.

Juchhuh... Ziel erreicht. Aber: zu früh gefreut. Noch sind es weitere fünf Kilometer bis zum Zentrum. Und die ziehen sich ganz schön in die Länge.
Juchhuh… Ziel erreicht. Aber: zu früh gefreut. Noch sind es weitere fünf Kilometer bis zum Zentrum. Und die ziehen sich ganz schön in die Länge.

Vergessen die Strapazen, die Beschwerden, die tägliche Quaelen, nur um hier zu landen. Ich glaube, es wird noch eine Zeit brauchen, bis ich wirklich begreife, welch außerordentliches Abenteuer das hier überhaupt war. Aber wie sagt man so schön… der eigentliche Weg beginnt erst nach der Rückkehr.

Was ein guter Pilger ist, der bleibt auch mal an einer Ampel stehen.
Was ein guter Pilger ist, der bleibt auch mal an einer Ampel stehen.

Liebe Familie, Freunde und Bekannte, da ich mich nicht bei jedem persönlich für die Kommentare und Emails bedanken konnte, möchte ich dies hiermit nachholen. Ohne Eure Unterstützung hätte ich den Weg garantiert nicht zu Ende gebracht, hätte dem Zögern nachgegeben und vielleich irgendwann abgebrochen. Aber so… Danke.

Was soll ich sagen. Am Ziel. Finito. Aus. Vorbei. ...Danke.
Was soll ich sagen. Am Ziel. Finito. Aus. Vorbei. …Danke.

So bleibt mir nur noch nach Finisterre zu fahren, um wenigstens mal das Ende der Welt gesehen zu haben um dann nächste Woche über Paris (die Stadt will ich unbedingt noch sehen) wieder nach Hause zurück zu kommen.

Viele Gruesse aus Santiago.
Sven

Ein wehmütiges Abschiedsfoto. Freunde für den Weg, Freunde fürs Leben.
Ein wehmütiges Abschiedsfoto. Freunde für den Weg, Freunde fürs Leben.

Geschrieben von

Sven Becker

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