Santiago de Compostela auf dem Jakobsweg

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Endlich! Das Ziel. Santiago de Compostela. Gefühlt aus allen Richtungen strömen die Pilger in die seit Wochen heiß ersehnte und damit erlösende Stadt. Doch bevor ich mich an der Ausgabestelle der Pilgerurkunde anstellen kann heißt es noch ein letztes Mal ein paar Kilometer pilgern.
Ist wie im Alltag: einen falschen Abzweig genommen und man landet überall und nirgendwo. Nur nicht dort wo man wollte. Kann auch schön sein, wäre aber so kurz vor dem Ziel echt schade.

Angekommen. Mehr muss ich nicht sagen. Ein großes Abenteuer ging heute zu Ende und ich habe mein Ziel nach Wochen des Haderns, Freuens, Trauerns und scheinbar endlosen Wanderns erreicht. Hing heute morgen noch alles im Nebel, lichteten sich die Wolken je näher ich Santiago kam. Bizarr die Geräusche des Flughafens in unmittelbarer Nähe zu hören, aber aufgrund mangelnder Sicht nichts zu sehen. Letztendlich erreichte ich die Stadt des Apostels Jakob dann in strahlendem Sonnenschein. Wie Ameisen auf ihrem Weg tröpfelten die Pilger in dieser heiligen Stadt ein…

Ankunft in Santiago de Compostela

Und dann hieß es natürlich erst einmal den heiligen Jakob an seinem Grab besuchen. Ihn umarmen, für die vergangenen Wochen danken und auch mal einen Blick ins Heiligste – in dem höchstwahrscheinlich seine Gebeine liegen – zu werfen. Welch erhabener Augenblick, als ich dann endlich die Compostela, den Beweis fuer meine Pilgerschaft, in Händen hielt und damit nun endgültig meine Reise zu Ende war.

Vergessen die Strapazen, die Beschwerden, die tägliche Quaelen, nur um hier zu landen. Ich glaube, es wird noch eine Zeit brauchen, bis ich wirklich begreife, welch außerordentliches Abenteuer das hier überhaupt war. Aber wie sagt man so schön… der eigentliche Weg beginnt erst nach der Rückkehr.

Was ein guter Pilger ist, der bleibt auch mal an einer Ampel stehen.

Liebe Familie, Freunde und Bekannte, da ich mich nicht bei jedem persönlich für die Kommentare und Emails bedanken konnte, möchte ich dies hiermit nachholen. Ohne Eure Unterstützung hätte ich den Weg garantiert nicht zu Ende gebracht, hätte dem Zögern nachgegeben und vielleich irgendwann abgebrochen. Aber so… Danke.

So bleibt mir nur noch nach Finisterre zu fahren, um wenigstens mal das Ende der Welt gesehen zu haben um dann nächste Woche über Paris (die Stadt will ich unbedingt noch sehen) wieder nach Hause zurück zu kommen.

Viele Gruesse aus Santiago.
Sven

Geschrieben von

Sven Becker

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