Durch die Sächsische Schweiz – Malerweg Tag 6

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Was habe ich gut geschlafen. Zehn Stunden müssen es wohl am Stück gewesen sein, bevor mein Bruder, mal wieder als erster wach, mich aus meinen Träumen reißt. In der gegenüberliegenden Ida-Grotte regt sich auch schon das Leben, allgemeine Aufbruchsstimmung macht sich breit. Etwa bis neun hat man in den Höhlen und unter den Felsvorsprüngen beim Boofen seine Ruhe, dann kommen die ersten Wanderer aus den Dörfern und vom Zug. Über den Großen Winterberg, welches als einziger kein Felsen sondern ein erloschener Vulkan ist, machen wir uns auf den Weg, um das Ende der Tour einzuläuten. Denn das heutige Ziel markiert auch gleichzeitig das Ende meiner Wanderung durch das Elbsandsteingebirge.

Was habe ich gut geschlafen. Zehn Stunden müssen es wohl am Stück gewesen sein, bevor mein Bruder, mal wieder als erster wach, mich aus meinen Träumen reißt. In der gegenüberliegenden Ida-Grotte regt sich auch schon das Leben, allgemeine Aufbruchsstimmung macht sich breit. Etwa bis neun hat man in den Höhlen und unter den Felsvorsprüngen beim Boofen seine Ruhe, dann kommen die ersten Wanderer aus den Dörfern und vom Zug.

Das Prebischtor
Ziel aller Mühen und Endpunkt der 6-tägigen Wanderung. Das größte natürliche Felsentor Europas.

Der letzte Tag auf dem Malerweg bricht an

Über den Großen Winterberg, welches als einziger kein Felsen sondern ein erloschener Vulkan ist, machen wir uns auf den Weg, um das Ende der Tour einzuläuten. Denn das heutige Ziel markiert auch gleichzeitig das Ende meiner Wanderung durch das Elbsandsteingebirge.

In Schmilka überqueren wir die Grenze zur Tschechischen Republik und betreten das grenznahe Dörfchen Hrenkso. Waren wir die letzten Tage in einer völlig anderen Welt unterwegs, werden wir hier ganz schnell in die Realität zurück geholt. Denn komischerweise wird in diesem Ort wider unsere Erwartung weder tschechisch noch böhmisch, sondern vietnamesisch gesprochen. Beidseitig der einzigen Straße, direkt in Ufernähe der Elbe, stehen sie mit ihren Buden und feilschen mit Touristen um billige Preise und noch billigere Artikel.

Hrenkso
Mehrfach überflutet – immer wieder aufgebaut. Seit Jahrhunderten trotzt Hrenkso den wetterlichen Unbilden.

Schicksal kleiner Grenzstädte

Man muss dazu allerdings wissen, dass Hrensko bei der so genannten Jahrhundertflut der Elbe im August 2002 fast vollständig zerstört wurde und viele der hier lebenden Tschechen diesen Ort daraufhin verlassen haben. Da es aber das erste Dorf direkt hinter der Grenze ist und der nächste Übergang mehr als 30 Kilometer entfernt, kommen hier nun mal sehr viele Touristen durch. Und da wo viele Menschen sind, lässt sich noch immer ein vortreffliches Geschäft machen. Übrigens, ein sehr gutes Restaurant befindet sich gleich die erste Straße links immer geradeaus direkt gegenüber dem Bordell. Nur falls das jemanden interessiert.

Wer entlang des Malerweges wandert, dem erschließt sich die Sächsische Schweiz in ihrer ganzen Schönheit.

Von Hrensko aus folgen wir einem Teilstück des Malerwegs, der uns einige Kilometer bergauf durch dichte Wälder führt. Mehrmals rasten wir um Kräfte zu sparen, bis wir endlich vor dem größten natürlichen Felsentor Europas stehen. Und wir stehen staunend davor. Mächtig gewaltig Egon. Das ist doch mal ein krönender Abschluss. Hier wird dann auch zum ersten Mal tschechisch gesprochen. Und zum Glück böhmisch gekocht. Denn in dem Gasthaus am Prebischtor kann man nicht nur ausgezeichnet übernachten, sondern auch hervorragend essen. Die Böhmischen Knödel sind ein Highlight und sollten von keinem Wanderer verschmäht werden.

Das Prebischtor
Ja mei. Schaut guet aus. A bisserl Schweizer Schmäh‘ im böhmischen Ländle. Gruezi. – Das Prebischtor in der Böhmischen Schweiz ist eines der größten naturbelassenen Felsentore Europas.

Auf Wiedersehen Malerweg

Ein letztes Mal erklimmen wir einen über 400m hohen Gipfel und genießen die Aussicht. Wer weiß, wann es mich das nächste Mal in diese Ecke verschlägt und ob dann noch immer alles mit der gleichen Faszination von mir aufgesogen wird.

Blick ins Böhmische
Am Prebischtor hört das Elbsandsteingebirge noch lange nicht auf. Da erfährt die Sächsische Schweiz einen zweiten Teil, nämlich den Böhmischen.

Gut gesättigt und rundum erholt beschließen wir wehmütig am späten Nachmittag den Heimweg anzutreten. Über das kleine Dörfchen Mezni Louka kehren wir nach Hrensko zurück und fahren von dort aus nach Hause. Unsere Anstrengungen der letzten Woche sind mit einer unglaublich beeindruckenden Landschaft belohnt worden, die es so kein zweites Mal in ganz Europa gibt. Der Sandstein der Sächsischen Schweiz versprüht eine Atmosphäre von Vergangenheit mit einem Hauch Melancholie und ist es allemal wert, seinen Urlaub in ihr zu verbringen. Gott, wie romantisch.

Am Prebischtor
Ein wehmütiger Blick, ein letztes Mal. Danach verließen wir das Gebirge und kehrten in den Alltag zurück.

Geschrieben von

Sven Becker

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