Rund um den Liepnitzsee

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Im Sommer Zufluchtsort alltagsgeplagter Großstädter, im Winter idyllisches Ruheparadies: der Liepnitzsee. Ein gut ausgeschilderter Wanderweg führt einmal komplett herum – Gesamtlänge: 9km.
Unterwegs. Was gibt es schöneres, als endlich wieder unterwegs zu sein? Und da das Wetter sich dann doch noch mal entschlossen hat, einen Hauch von Sommer zu versprühen, hielt mich nichts im übervölkerten Berlin. Gerade in der wärmsten Jahreszeit kann die Hauptstadt gnadenlos überlaufen sein und der Großstädter sucht in der umliegenden Nähe das Weite. Sprichwörtlich jedenfalls. Denn ausgesprochene Wandergebiete sind rund um Berlin nur spärlich gesät. Aber es gibt sie. Diese Kleinode, die es sich zu erlaufen lohnt, die helfen, den Stress der turbulenten Metropole hinter sich zu lassen und zu entspannen. Eines davon ist der Liepnitzsee im Barnimer Land. Wie der Zufall es so will, gibt es da auch Wanderwege. Und einer führt direkt um den See herum.
Mit der Fähre kann man gemütlich über den See schippern oder gelangt man zum Nacktbadestrand
Mit der Fähre kann man gemütlich über den See schippern oder gelangt man zum Nacktbadestrand

Aufbruch am Liepnitzsee

Mit belegtem Brot, der obligatorischen Wiener und etwas Wasser gewappnet mache ich mich auf den Weg nach Ützdorf, welches ich mir als Start für meine Wanderung ausgesucht habe. Mit dem Auto ist dieser Ort nämlich am besten zu erreichen und die vorhandenen Parkplätze sind noch kostenfrei. Natürlich kann man die Wanderung auch von Wandlitz aus beginnen, dann ist sie aber gut zwei Kilometer länger. Dafür erreicht man den einstigen Ruhesitz betagter SED-Funktionäre allerdings mit dem Regionalexpress des ÖPNV ökologisch einwandfrei. Zumindest was dieses schlechte Gewissen anbelangt.

Auf der Hälfte des Weges, der sich ganz entspannt läuft und mit dem gelben Kreis auf weißem Untergrund ausgeschildert ist, mache ich Rast und genieße den tollen Ausblick auf den See. In unmittelbarer Nähe schwimmt ein Schwanenpaar auf der Suche nach Futter vorbei und das laute Gegurre der Haubentaucher verrät die Balz der Tiere. Na, da sieht man doch mal wieder, dass Tiere ähnlich wie wir Menschen ticken. Wer am lautesten rumprollt bekommt die Mädels. Denn kurze Zeit später ist Ruhe im Karton und der Vogel in weiblicher Begleitung.

Gerade in der wärmsten Jahreszeit kann die Hauptstadt gnadenlos überlaufen sein und der Großstädter sucht in der umliegenden Nähe das Weite.

Frühling 2010

Bevor nun auch noch Amsel, Drossel, Fink und Star auf die Idee kommen, gerade gesehenes Erfolgsmodell zu wiederholen, schnüre ich meinen Rucksack und laufe weiter. Vorbei an einem kleinen Sandstrand, an welchem ganz Hartgesottene das kühle Nass erproben, führt der Weg immer am Ufer entlang. Für einen kurzen Moment verspüre auch ich Lust, einfach mal ins klare Wasser zu hüpfen. Doch nach einer ersten Temperaturprobe überlege ich es mir anders und bleibe für heute einfach mal beim Wandern. 

Ruhe & Entspannung inmitten der Natur

Da es mitten in der Woche ist und somit kaum jemand unterwegs, komme ich kurz vor Ende der Wanderung auch noch in den Genuss, einen kleinen Rastplatz ganz für mich allein zu haben. Nach dem Verzehr meiner mitgebrachten Sachen, lege ich mich einfach auf die Bank und schlummere für einen kurzen Moment in der Mittagssonne ein. Erst durch lautes Rascheln, welches eindeutig nicht von Menschenhand erzeugt wird, werde ich wieder wach und kann gerade noch verhindern, dass eine Maus die mitgebrachten Kekse anknabbert. So ein freches Ding aber auch.

Das Jucken an den unbedeckten Unterarmen verrät mir, dass auch die Mücken schon wieder unterwegs sind und es jetzt für mich höchste Zeit wird, meine Sachen zusammen zu packen, den Rückweg nach Hause anzutreten. Ja, darauf habe ich 6 Monate gewartet. Balzgesänge, Mückenstiche und die ungebändigte Natur. Was gibt es eigentlich schöneres, als endlich wieder unterwegs zu sein?

Info: Liepnitzsee

Der Liepnitzsee gehört zu dem Wandlitzer Seengebiet und ist einer der saubersten Seen in ganz Brandenburg. Mit 16 Meter Tiefe, von denen man bis zu sechs sehen kann, und einer Größe von 1,2 Quadratkilometern bietet der See vielen Fisch- und Vogelarten eine Heimat.

In der Mitte des Sees liegt die Insel Großer Werder, die über eine saisonale Fähre zu erreichen ist. Der darauf befindliche Campingplatz wird vorzugsweise von Dauercampern genutzt und existiert bereits seit den 1920er Jahren. Den See umwandernd erfährt man auf einem Naturlehrpfad so manches über Flora und Fauna des Gebietes. Unter anderem auch über die sieben alten Eichen, die inmitten der Mischwälder stehen. 

Weiterführende Infos: Liepnitzinsel

Geschrieben von

Sven Becker

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