ibex

Das FALK IBEX30 im Backpacker-Test

Da liegt es endlich vor mir, das sehnlichst erwartete Paket. Sein Inhalt: das neue Ibex30 der Firma Falk. Ein Navigationsgerät mal nicht für die Straße, sondern zum Fahrradfahren und vor allem Wandern. In Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Firma Kompass, die beide das Kartenmaterial dazu digital aufbereiteten, entstand dieser selbstbezeichnende „Wegbereiter“. Und nun zeigt es sich in seiner ganzen Vielfalt. Navigerät, Ladekabel, Halter für den Fahrradlenker (nebst Schrauben und Imbus), Akku und eine Kurzanleitung. Doch der Test soll zeigen, was das Gerät wirklich kann. Bei meiner Wanderung zum Kloster Chorin nutze ich die Gelegenheit und probiere was das Zeug hält. Oder vielmehr die Temperatur hergibt.

Das Handling. Das Gerät liegt gut in der Hand, ist qualitativ hochwertig und durch die geriffelten Seiten rutscht es auch in schwierigster Handhabe nicht so leicht davon. Schon gar nicht bei Kälte, wenn die Eisfinger eh nicht so gut zugreifen können. Das Display, ein Touchscreen, welches berührungsempfindlich fast exakt reagiert. Das Ibex30 spricht sofort an, findet die Satteliten und damit auch mich und meine Position auf dieser Welt, oder vielmehr auf der angezeigten Karte.
Ah, Chorin. Da stehe ich. Im Menü tippe ich auf Reiseführer und erfahre, – das ist wirklich toll – welche Sehenswürdigkeiten es um mich herum gibt. Kloster Chorin ist mit dabei, zum Glück, denn genau da will ich hin. Noch schnell auf Berechnen gedrückt, meine Fortbewegungsart festgelegt (Fahrrad oder Fußgänger, ich bin zu Fuß) und schon ist die Route fertig. Jetzt nur noch der Anzeige gefolgt und wenig später stehe ich an meinem Ziel.

Das Menü ist übersichtlich angeordnet und auch ein Ungeübter wie ich findet sich schnell zurecht. Der Umfang erschrickt im ersten Moment, aber da es selbsterklärend aufeinander aufbaut, sollte ich mich nach kurzer Zeit auch ohne Handbuch zu Recht finden. Die vielen Einstellmöglichkeiten irritieren zwar im ersten Moment, aber on tour braucht es ja eh nicht alle. Die Grundeinstellungen ändert man im Laufe der Zeit sowieso nicht mehr und ich glaube, je öfter das Gerät zum Einsatz kommt, desto besser werde ich es auch bedienen können.

Die Karte. Oben links die Anzeige der momentanen Geschwindigkeit, oben rechts ein fest verbautes Barometer (Chorin liegt ungefähr 44m hoch), welches im Laufe der Navigation mit zeitlicher Dauer und Entfernung zum Ziel wechselt. Wahlweise in Kilometer oder Meilen. In der Mitte die Karte. Die ist recht übersichtlich und lässt sich bis auf Maßstab 30m heran, bzw. 2000km heraus zoomen. Je näher man dabei zoomt, desto mehr Wege und Straßen tauchen auf. Somit habe ich die Möglichkeit, mir sowohl einen näheren oder übersichtlicheren Blick zu verschaffen, als auch detailliert meinen Weg zu erkennen. Die Karte lässt sich dank Touchscreen recht einfach verschieben und ermöglicht – so ging es zumindest mir – einen genauen Überblick. Für alle Grafikenthusiasten gibt es auch eine Umschaltung zwischen 2D- und 3D-Ansicht. Wer allerdings bisher mit herkömmlichen Karten unterwegs war, wird mit der 2D-Ansicht vollauf bedient sein.

Die Navigation. Sofern ich es sportlich mag, könnte ich bei der Navigation auch noch den Schwierigkeitsgrad der Wanderung angeben. So gibt mir der Ibex30 eine bergige Route vor und lässt mir die Wahl ob ich ein Ziel direkt oder über Umwege erreichen will. Will ich aber nicht, mir ist heute mal nach einfach und ganz direkt. Zwar gibt es auch hier die nervige Frauenstimme aus dem Off, die mir vorschreiben möchte, wo ich lang soll, jedoch lässt sich diese, ganz im Gegensatz zur eigenen Frau, abschalten. Oder, je nach Belieben durch eine männliche ersetzen. Ansonsten funktioniert die Navigation tadellos, die Weggabelungen verwirren nicht, sondern sind übersichtlich aufgebaut. Ein Höhenprofil wird noch dazu geliefert, das sollte den Eindruck komplettieren.

Track-Aufzeichnung. Das ist wirklich mal eine tolle Idee. Mit dem Track-Manager habe ich die Möglichkeit, meine gelaufenen Routen aufzuzeichnen, zu sortieren und zu speichern. Mit der im Internet kostenlos herunterladbaren Software können diese aufbereitet und weitergegeben werden. Wer also mit einem Falk Ibex30 unterwegs ist, zeichnet bitte in Zukunft seine Routen auf, schickt sie mir und ich laufe die Wanderung dann nach. Oder umgekehrt. Einige sind sogar schon von Haus aus gespeichert, wie zum Beispiel der Berliner Mauerweg. Aber dazu demnächst mehr.

Was stört. Eigentlich gibt es am Ibex30 nichts zu meckern. Die Karten sind gut aufbereitet (gerade im Raum Brandenburg, wo es so gut wie kaum detaillierte Wanderkarten gibt) und bieten einen guten Überblick. Die Routingfunktion ist der absolute Hammer. Aussteigen, Ziel eingeben und los geht’s. Wie beim Auto, nur eben zu Fuß.

Doch von meiner Seite gibt es auch ein wenig Kritik:

  1. Das Herumfingern am Ladeanschluss ist lästig, denn selbst mit Fingerspitzengefühl komme ich nur umständlich heran. (Das kann aber auch an meinen Fingern liegen.)
  2. Der Akku zeigt nach einer Stunde schon nur noch halbe Kraft, obwohl er vorher ganze 24 Stunden am Netz hing. (Dafür zeigt er diese halbe Kraft dann auch für volle 4 Stunden. Scheint wohl eher ein Software-Problem zu sein, als der Akku an sich.) Insgesamt gibt der Hersteller dem Akku 8 Stunden.
  3. Das Handbuch ist dank selbsterklärender Menüs kein Muss, wäre aber fürs Gesamtverständnis schon schön.

Was fehlt. Ein Clip um das Gerät am Rucksack oder am Gürtel zu befestigen. Es ist mit seinen 3,5“ zwar klein, aber dann doch zu groß, um in einer Hosentasche Platz zu finden.

Resümee. Da ich noch mit Karte und Kompass groß geworden bin und auch als alter Pfadfinder mich eher im Gelände orientiere, als an elektronischen Hilfsmitteln, stand ich bisher jeglichen Navigationsgeräten skeptisch gegenüber. Doch, und das verspricht die Werbung nicht umsonst, hier ist ein echtes Highlight zu Tage gefördert worden. Dank routingfähiger Karten von – man höre und staune – Gesamtdeutschland vorinstalliert, ist dieses kleine Edelstück im gesamten Bundesgebiet sofort einsatzbereit. Egal wo ich Urlaub machen werde, ein Klick genügt und ich kann loswandern. Oder radeln. Ehrlich gesagt, das können herkömmliche Karten nicht leisten. Kein vorheriges Herumstöbern und Recherchieren mehr, ein paar Klicks genügen. Wenn ich mir überlege, was ich an Büchern und Karten in Zukunft somit sparen kann…

Weitere Infos und ein Gewinnspiel gibt es bei Discover-Outdoor.com.

Sven Becker

Outdoor, Wandern, Abenteuer – Hiking & Travel. Kurzum: Wanderlust. In Dresden aufgewachsen, in Berlin eine neue Heimat gefunden, starte ich von hier in die Fremde. Mal mit Rucksack, mal ohne. Mal in die Berge, mal an den Strand. Aber immer mit offenen Augen. Denn Abenteuer gibt es an jeder Ecke...
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