Wandern im Naturpark Hoher Fläming

Insgesamt führt der Burgenwanderweg 147 Kilometer durch die abwechslungsreiche Landschaft des Hohen Fläming und trägt zurecht das Siegel „Wanderbares Deutschland“, welches für abwechslungsreiche Wege und qualitativ hochwertigen Wandergenuss steht. Knapp 90 Kilometer davon bin ich im Herbst auf diesem Weg gewandert. Meine gesammelten Erfahrungen sind in dieser Zusammenfassung zu finden, denn eines ist sicher: der Weg lohnt sich.

Auf dem Burgenwanderweg im Hohen Fläming – Tag 4

Geräusche in der Nacht: ein Kratzen am Bungalow, Geraschel im Unterholz. Wir nächtigen wo sich Fuchs und Hase gute Nacht wünschen, sind zudem vollkommen allein. Der Betreiber der Ferienanlage schläft im benachbarten Dahlen, einem ehemaligen Gutshof dessen überwucherter Garten mal ein Landschaftspark war. Ausgeruht und erholt erwachen wir am nächsten Morgen. Es ist der letzte Tag auf unserer Wanderung rund 90 Kilometer durch den Hohen Fläming. Das einfache Frühstück gibt uns erste Kraft, mit eigentümlichem Wehmut verlassen wir das Lager. Kindheitserinnerungen begleiten mich und lassen mich noch einmal gedanklich in unbeschwerte Tage abtauchen.

Auf dem Burgenwanderweg im Hohen Fläming – Tag 3

Von Jeserig ist es nur noch ein Katzensprung zum Bahnhof Wiesenburg, der allerdings schon bessere Zeiten gesehen hat. Von der einstigen Betriebsamkeit zeugt nur noch die Größe des Baus. Die vernagelten Fenster sprechen da eine andere Sprache. Warum Fortbewegung heutzutage fast ausschließlich mittels privaten Gefährten passiert sollte eigentlich viel häufiger hinterfragt werden. Ist dem Menschen der Sinn für die gemeinschaftliche Reise abhanden gekommen? Oder scheint die private Mobilität wirklich um so vieles günstiger als die öffentliche? Ich wage das zu bezweifeln. Aber vielleicht stimmen mich verlassene Bahnhöfe, als einer der diese seit Kindheitstagen liebt, auch nur übertrieben melancholisch und vernebeln daher meine Wahrnehmung…

Auf dem Burgenwanderweg im Hohen Fläming – Tag 2

Die Nacht brachte Regen und der nächste Tag empfängt uns mit dichtem Nebel und feuchter Kühle. Das stärkende Frühstück mit kräftigem Kaffee und frischem Brot vertreibt den schmerzhaften Muskelkater und die letzte Müdigkeit. Ausgeruht und erholt machen wir uns auf den Weg, kämpfen uns durch sich lichtenden Nebel.

Auf dem Burgenwanderweg im Hohen Fläming – Tag 1

Es ist Montagmorgen acht Uhr. Wir sitzen in einem überfüllten Zug Richtung Südwesten. Die Herbstsonne scheint mild und warm durch die Fenster und im Wechsel aus Licht und Schatten rauscht die Landschaft an uns vorbei. Wir, das sind einmal mehr mein guter Freund Daniel und ich, erstmals in Begleitung von Ines und Xandra, ein Mitwanderer auf vier Beinen, ihre treue Hündin. Genau wie uns zieht es die Beiden ein paar Tage hinaus in den Herbst. In Bad Belzig steigen wir aus, sind dabei die Einzigen. Die anderen Mitfahrer reisen weiter: ins Büro, zum Studium, zur Verwandtschaft… Wer weiß das schon? Noch ist die Luft zwar kühl, doch die Lust zu wandern genauso groß wie die Strecke lang sein wird. Fast 90 Kilometer planen wir auf dem Burgenwanderweg im Hohen Fläming, der tatsächlich nach seinen Besiedlern – den Flamen – benannt ist. 90 Kilometer durch sumpfige Landschaften, über Wiesen und Äcker durch Forste und Wälder. Hurra! Der Herbst ist da.