Mallorca – Tipps abseits des Tourismus

Mallorca – Tipps abseits des Tourismus

Ehrlich gesagt hielt sich meine Vorfreude auf einen Trip zur deutschesten aller spanischen Inseln bisher in Grenzen. Ich verband einfach zu viel Negatives mit Mallorca. Ballermann, Saufgelage und Rumgeprolle sind jetzt auch nicht die heißesten Kandidaten, um eine Insel als „Urlaubsparadies“ zu bezeichnen. Dennoch ließ ich mich überreden – zum Glück. Und am Ende kam dann doch alles ganz anders…

Ein Tag in St. Peter-Ording

Schon immer war es mein Traum, einmal an die Nordsee zu fahren. Zu viel Schönes, zu viel Beeindruckendes hatte ich bereits gehört. Von stundenlangen Spaziergängen am Meer, Wanderungen durchs Watt und von der Freundlichkeit der Menschen vor Ort. Entspannt sollen sie sein. Dort oben, knapp 5 Stunden Autofahrt von Berlin entfernt in St. Peter-Ording. Aber am meisten schwärmten die Schon-Dort-Gewesenen von den Sonnenuntergängen: Ohne Abkürzung direkt ins Meer soll sie versinken. Genau das Richtige für mich als alter Romantiker. Zeit also, mir selbst ein Bild davon zu machen.

Ein Tag auf Westerhever

Westerhever riecht nach Schafen, Kühen und Pferden, gemischt mit Dung und einer salzigen Prise Meeresluft. Nach gut fünf Stunden Autofahrt komme ich völlig durchgeschwitzt auf der Halbinsel Eiderstedt im Nordwesten Schleswig-Holsteins an und werde sofort mit diesem durchdringenden Geruch aus Vieh- und Landwirtschaft empfangen. Ruhe umgibt mich. Hin und wieder zwitschert ein einsamer Vogel, der Wind rauscht leicht durch die wenigen Bäume, die den Straßenrand säumen. Genauso habe ich mir meine Tage an der Nordsee vorgestellt…

Baden & Sightseeing in Mergozzo

Was anfänglich nach einer neuen Käsesorte klingt, ist in Wirklichkeit ein kleines Fischerdorf unweit des Lago Maggiore. Scheinbar unbedeutend und überschaubar ruht Mergozzo im westlichen Teil und bietet den knapp über 2.000 Einwohnern Zuflucht und Heim. Dementsprechend beschaulich empfängt mich dieser Ort. Was aber auch daran liegen kann, dass es heute erneut regnet und die Temperaturen alles andere als hochsommerlich sind. Um nicht schon wieder einen faulen Tag mit Buch und Wein am See zu verbringen, wage ich mich ins Hinterland und werde angenehm überrascht.

Baveno, die kleine Schwester von Stresa

„Die beiden Städte besitzen Weltruhm“, sagt man. Stresa mehr noch als Baveno. Dafür gilt erstere im Sommer von Touristen völlig überlaufen, letztere als Geheimtipp noch einigermaßen bezahlbar. Stapeln sich die Sonnenhungrigen in der Einen, finden Genießer in der Anderen ihr eigentliches Eldorado. An der Straße zwischen den beiden Orten haben die Hoteliers schon früh den kommerziellen Geist geweckt und eine Bäderarchitektur etabliert, die so nicht einmal in Bellagio am Comer See zu finden sein soll. Grund genug also, mich der kleinen Schwester zu widmen und die große einfach südlich liegen zu lassen.

Auf den Borromäischen Inseln im Lago Maggiore

Folgt man von Mailand kommend nicht dem Hauptstrom der Touristen in Richtung Schweiz, sondern biegt in Höhe Stresa in den linken Seitenarm des Lago Maggiore ein – vorausgesetzt natürlich man bewegt sich per Schiff – wird man alsbald auf eine Gruppe kleiner Inseln stoßen, die wie Perlen aufgereiht entlang des Ufers im Wasser liegen. Das dürften dann wohl die Borromäischen Inseln sein. Idyllisch, italienisch und völlig touristisch beheimatet lediglich eine von ihnen dauerhaft Einwohner. Gemäß der letzten Volkszählung genau 55 an der Zahl! Die Legende wagt darüber hinaus sogar zu behaupten, dass selbst Napoleon auf einer dieser Inseln genächtigt haben soll. Naja, groß genug für den kleinen Mann sind sie ja. Und prachtvoll anzusehen auch noch. Ob sie allerdings dem ganzen Touristenstrom standhalten können, der sich mit Fähre und Schiff tagtäglich hierher quält, will erst noch überprüft werden.

Eine Reise zum Lago Maggiore

Es rattert ordentlich, als das Flugzeug in Milano-Malpensa aufsetzt. Es ist neun Uhr morgens und die Wolken hängen noch immer tief. Dennoch freue ich mich, wieder einmal in Italien zu sein. Dieses Mal jedoch nicht im äußersten Süden, der um diese Jahreszeit einfach viel zu heiß ist, sondern komplett entgegengesetzt. Schwärmten meine Eltern stets von den italienischen Seen des Nordens, besonders vom Gardasee, machte mich das neugierig und zog mich ebenfalls an einen von ihnen. Den Finger auf die Karte gehalten und geschaut, an welchem er gelandet ist: Lago Maggiore. Nun denn: auf gehts. Auch wenn das Wetter alles andere als sommerlich wirkt, lasse ich mir die Laune nicht verderben und reise.

Bummeln durch Kos

Zum Abschluss unserer Reise bequemen wir uns ein letztes Mal aus den gemütlichen Liegestühlen am Strand und wollen der Hauptstadt einen Besuch abstatten – Kos. Bummeln und Schlendern sind die Devise und geben somit das Tempo vor. Nicht zu schnell, denn auch heute sollen es wieder weit über 30 Grad Celsius werden. Wir lassen den Wagen am südlichen Ende der Stadt stehen und tauchen auf verschlungenen Pfaden und durch enge Gassen in die historische Altstadt ein. Eine Bilderreise.

Baden auf Kos

„Nein, heute mal kein Ausflug.“ werde ich am nächsten Morgen geweckt. „Ich will Strand.“ Dem Schmollmund meiner Freundin gebe ich mich gern geschlagen, denn heute gelüstet auch mir nicht nach kulturellen Highlights. Die angekündigten 36 Grad Tageshöchsttemperatur sind schon beim Frühstück unter Palmen zu spüren und so habe auch ich heute Lust auf Müßiggang und Tagträumerei. Am liebsten auf einem Liegestuhl direkt am Meer. Denn genau so ist es: auf Kos gibt es nicht nur interessante Geschichte, sondern auch feinsandige Strände. „Also dann, mein Schatz, pack die Badehose ein. Auf ans Meer.“