„Crashtest“ von Andreas Spaeth

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Ich gebe es zu, ich mag das Fliegen an sich nicht. Allerdings würde ich jetzt auch nicht so weit gehen, zu behaupten, ich hätte richtige Flugangst. Es ist vielmehr das ungute Gefühl in einer Höhe zu reisen, in die der Mensch nicht gehört. Mich dem Können und Sachverstand des Piloten ausliefern zu müssen und im Notfall nicht eingreifen zu können – das ängstigt mich zwar etwas, dennoch steige ich hin und wieder in ein Flugzeug und reise damit. Denn alle Statistiken behaupten eines: Fliegen ist die sicherste Art des Reisens. Doch warum passieren dann immer wieder Unglücke? Warum stürzen Flugzeuge ab? Antworten darauf hat Andreas Spaeth zu sammeln versucht und in seinem Buch „Crashtest - Die Risiken des Fliegens“ jetzt veröffentlicht.

Ich gebe es zu, ich mag das Fliegen an sich nicht. Allerdings würde ich jetzt auch nicht so weit gehen, zu behaupten, ich hätte richtige Flugangst. Es ist vielmehr das ungute Gefühl in einer Höhe zu reisen, in die der Mensch nicht gehört. Mich dem Können und Sachverstand des Piloten ausliefern zu müssen und im Notfall nicht eingreifen zu können – das ängstigt mich zwar etwas, dennoch steige ich hin und wieder in ein Flugzeug und reise damit. Denn alle Statistiken behaupten eines: Fliegen ist die sicherste Art des Reisens. Doch warum passieren dann immer wieder Unglücke? Warum stürzen Flugzeuge ab? Antworten darauf hat Andreas Spaeth zu sammeln versucht und in seinem Buch „Crashtest – Die Risiken des Fliegens“ jetzt veröffentlicht.

Ein Jumbo-Jet landet in Berlin Tegel.
Ein Jumbo-Jet landet in Berlin Tegel.

Inhalt

Anhand der 30 großen Zwischenfälle oder Unglücke der letzten Jahre versucht der Autor analytisch und verständlich aufzubereiten. So werden zum Beispiel der Absturz der Concorde oder das Verschwinden des Flugs MH370 genauso unter die Lupe genommen wie das Unglück der Germanwings Maschine vom 24. März des letzten Jahres oder die geglückte Notlandung auf dem Hudson River in New York. Detailliert und ausführlich sind dabei die Schilderungen, wird doch jeder Handgriff und jedes Wort im Cockpit protokolliert. Das hilft, um nachträglich Schwächen und Fehlentscheidungen zu reflektieren und im Gesamtkontext besser zu verstehen.

„Dieses Buch will keine Angst machen, es will erklären.“ – Andreas Spaeth

Dadurch, dass der Autor sich lediglich auf das Verhalten im Cockpit konzentriert, aufgezeichnete Dialoge der Blackbox wiedergibt und getroffene Entscheidungen hinterfragt, entsteht eine Spannung, die durchaus mit einem Kriminalroman mithalten kann. Das wirft Gewissenszweifel auf. Weiß der Leser doch in den meisten Fällen, wie der beschriebene Flug am Ende ausgehen wird. Aber genau darin liegt auch die Stärke des Buches „Crashtest“. Emotional, aber eben ohne zu dramatisieren, ohne aufzubauschen, werden nur die Geschehnisse im Cockpit wiedergegeben und beschreiben dem Leser somit ausführlich Fakten und Ereignisse. Hierbei merkt man die über 20-jährige Erfahrung des Autors, denn niemals werden in diesem Buch die Einzelschicksale diffamiert oder gar bloßgestellt. Weder die der Reisenden, noch der Crew und kann somit beim Lesen des Buches keinesfalls von Sensationslust oder -gier gesprochen werden.

Detailliert wird die Notlandung auf dem Hudson River in New York beschrieben und das Können des Piloten hervorgehoben.
Detailliert wird die Notlandung auf dem Hudson River in New York beschrieben und das Können des Piloten hervorgehoben.

Meinung

Liest sich das Buch streckenweise wie ein Krimi muss dem Autor hoch angerechnet werden, dass er sein Handwerk versteht. Der Blick auf das Geschehen ist stets analytisch ohne dabei trocken zu werden, wird mit tiefgründigen Verweisen untermauert und dem Leser nie langweilig. Spannend berichtet er (zuweilen sekundengenau), was zu welchem Zeitpunkt geschehen ist und rekonstruiert somit die Unglücksfälle aus der Sicht der Piloten bis zum letzten Moment.

Zwar fühle ich mich nach der Lektüre nicht unbedingt sicherer, kann aber nun viele Vorgänge des Fliegens besser verstehen. Auch die durchweg sinnvoll eingestreuten Statistiken vermitteln beeindruckend, wie viele es von den kleinen Ungereimtheiten überhaupt braucht, um ein Flugzeug abstürzen zu lassen. Denn eines bleibt am Ende der Lektüre hängen: Fliegen ist und bleibt die sicherste Art des Reisens.

Vielleicht nichts für von geplagte Leser, für alle anderen ein spannendes Sachbuch.
Vielleicht nichts für von Flugangst geplagte Leser, für alle anderen ein spannendes Sachbuch.

Der Autor

Andreas Spaeth, 1966 geboren, Journalist, berichtet seit über 20 Jahren als Luftfahrtexperte für Zeitungen und Zeitschriften, darunter die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, die Welt am Sonntag und die Neue Zürcher Zeitung. Er gilt als einer der führenden deutschen Luftfahrtjournalisten und veröffentlichte bereits mehrere Fachbücher. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

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Andreas Spaeth „Crashtest – Die verborgenen Risiken des Fliegens“
288 Seiten | Heyne Verlag | ISBN 978-3-453-60384-4
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90

Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Zur­ver­fü­gung­stel­lung des Rezensionsexemplars.

Geschrieben von

Sven Becker

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